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Bau eines Wildbienenstands vor dem Zanderloch am 4.Juni 2005

Bevor es los ging, wurden die Jugendlichen am Freitag Abend über das Leben der Wildbienen informiert. Da war zu erfahren, dass es über 500 Arten einheimische Wildbienen gibt. Wildbienen produzieren keinen Honig wie die Honigbienen. Sie leben auch, mit Ausnahme der sozial lebenden Hummeln, nicht in Völkern wie die Honigbienen. Man nennt deshalb Wildbienen auch Einsiedler- oder Solitärbienen. Die ersten Wildbienen findet man im zeigigen Frühjahr bereits Anfang März wo sie Blüten bestäuben, lang bevor die Honigbiene diese Arbeit verrichten. Den Winter verbrachten die Tiere als Puppen oder als fertige Insekten in ihren Brutzellen. Die Brutzellen werden je nach Art an unterschiedlichen Nistplätzen gebaut. Zum Beispiel in Fraßgängen anderer Holzbewohner, in Spalten von Mauerwerk, Schilf, hohlen oder markhaltigen Pflanzenstängeln, Schneckenhäusern, Sand, Erdböschungen und Steilwänden. Kurz nach dem Schlupf der Wildbiene findet die Paarung statt. Danach beginnen die weiblichen Bienen oft in der Nähre ihrer "Geburtsröhre" mit der Anlage neuer Brutzellen. Für jedes Ei legt die Wildbiene eine seperate Brutzelle an und füllt diese mit Pollen und Nektar, dem Bienenbrot. Jede Zelle wird durch eine Wand aus unterschiedlichen Materialien, welche von der Bienenart abhängig ist, abgegrenzt. Bereits nach wenigen Tagen schlüpft aus dem Ei die Larve. Diese wächst durch den Verzehr des Pollenproviants rasch heran. Nach ca. drei bis vier Wochen spinnt die Larve einen Kokon, in dem sie sich verpuppt. Im Schutze dieses Kokons verbringen die Tiere als Puppe den Rest des Jahres und überwintern auch in ihm. Die Wildbienen sind in vielerlei Hinsicht gefährdet, zum Beispiel durch natürliche Gefahren wie Nässe, Räuber und Parasiten. Vor allem aber die menschliche Zivilisation gefährdet die Wildbienen durch Insektizide, Pestizide und Abnahme der Artenvielfalt der Pflanzen durch Flurbereinigungen und intensive Landwirtschaft. Um hier entgegen zu wirken haben sich die Jugendleiter entschlossen mit der Jugendgruppe einen Wildbienenstand zu bauen. Bei der Vorbereitung waren verschiedene Nistmaterialien wie Totholz, Ziegelsteine, hohle markhaltige Pflanzenstängel, Lehm, stroh, Schilf und Baumaterial für den Bienenstand zu besorgen. Am Samstagmorgen wurde mit der Errichtung des Wildbienenstandes begonnen. Eine Holzkonstruktion zur Aufnahme des Nistmaterials wurde gezimmert. Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser wurden in das Totholz und die Ziegelsteine gebohrt. Dabei liefen Bohrmaschinen heiß, eine Bohrmaschine glühte durch, viele Bohrer zerbrachen. Die Arbeit machte einen Höllenlärm. Danach wurde auf recht zünftige weise Lehm, Stroh und Wasser mit den Händen zu einer weichen bearbeitbaren Masse geknetet, dabei wurde auch eine kleine Lehmschlacht ausgefochten. Schilf und Pflanzenstängel wurden in die Holzrahmen geklebt. Lehm wurde in Holzkisten gefüllt, mit Nägeln wurden anschließend Löcher in den Lehm gestochen. Die Zeit verging im Flug und plötzlich war es 12 Uhr. Für die fleißigen Arbeiter wurden umgehend Pizza´s nach Wunsch geordert. Nachdem alle gestärkt waren wurden die vorbereiteten Nistelemente mit Lehm in die Holzkonstruktion eingemauert. Anschließend wurde der Bienenstand seitlich mit Brettern verkleidet. Zum Schluss wurde noch ein Dach aufgesetzt. Die Jugendlichen erwiesen sich bei diesen Arbeiten als sehr talentierte Bau- und Zimmermänner. Die Jugendruppe des Fischereivereins Ermstal e.V. hat durch den Bau des Wildbienenstandes einen engagierten aktiven Beitrag zum Naturschutz geleistet und bewiesen, dass sie mehr kann und macht als "Würmlein baden".

Richard Maier

stand-gruppe-2   Glückliche Gesichter nach getanener Arbeit.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und sicherlich wird es auch von den Bienen reichlich besucht.