Mitgliederversammlung des Landesfischereiverbandes Südwürttemberg-Hohenzollern setzt Zeichen für die Zukunft

Zunächst hört es sich sehr unspektakulär an, wenn von einer Mitgliederversammlung berichtet wird, dass sie eine neue Satzung und eine Finanzordnung verabschiedet hat. Wenn man aber die jüngste Geschichte des LFV Südwürttemberg-Hohenzollern betrachtet, beschreiben diese Feststellungen den Neustart in konstruktive Arbeit zum Nutzen der Fischerei, des Naturschutzes und der Verbandsmitglieder.

Am Samstag, dem 18. März 2006 tagte die Mitgliederversammlung des Landesfischereiverbandes Südwürttemberg-Hohenzollern im Soldatenheim in Sigmaringen.
Der Landesfischereiverband hat eine sehr schwierige Phase der Lähmung und innerer Zerstrittenheit, bis zu gerichtlichen Auseinandersetzungen der Führungsmannschaft untereinander, überwunden und setzt die Schwerpunkte wieder in der Sacharbeit. Dies zeigten nicht nur die Berichte des im März 2005 neu gewählten Präsidiums über das vergangene Jahr Viel deutlicher noch wurde es in der Aussprache zur Situation des Verbandes, in der Verabschiedung einer neuen, modernen Satzung und Finanzordnung und bei der Genehmigung des Wirtschaftsplanes für 2006. Die Mitgliedsvereine und Einzelmitglieder entlasteten das Präsidium nahezu einstimmig und bewiesen damit ihr Vertrauen in den Kreis um den Präsidenten Wolfgang Willar.

"Dies ist nicht nur eine Entlastung für uns ehrenamtlich tätigen Präsidiumsmitglieder, sondern vor allem genau die Rückenstärkung, die wir für unsere Arbeit in den kommenden Monaten brauchen. Unser Weg wurde eindrucksvoll bestätigt, wir können so weiter machen", kommentierte ein erleichterter Präsident Willar.

Schließlich vertritt der Landesfischereiverband nicht nur knapp 190 Mitgliedsvereine, 50 Einzelmitglieder und 10 Berufsfischer/Fischzüchter im Regierungsbezirk Tübingen (insgesamt mehr als 10.000 Fischer), sondern ist vor allem ein wichtiger Gesprächspartner in allen bedeutsamen Naturschutzfragen für die unterschiedlichsten Behörden und Institutionen. Durch sein umfangreiches Schulungsprogramm - von der gekonnten Vereinsführung, über die ökologisch richtige Gewässerbewirtschaftung bis zur aktiven Naturschutzarbeit - wirkt der Landesverband bis direkt in die Arbeit der Fischereivereine vor Ort hinein. Gleichzeitig stellt der Verband eine weitgehende Beratung und Unterstützung der Verbandsmitglieder in einzelnen Sachfragen sicher.

"Der Auftrag der Mitgliederversammlung , den Dachverband auf Landesebene als Vertreterorgan der Fischer und als Naturschutzverband weiter zu stärken, zeigt den Weitblick der Fischereivereine und Berufsfischer im Hinblick auf die vielen noch ungelösten Probleme um unsere Gewässer und ihre Ökologie. Wasser ist das wichtigste Gut schlechthin", resümierte Willar die Versammlung, "Dies ist uns hier in Süddeutschland nicht immer bewusst, da die Verfügbarkeit und Qualität im Allgemeinen recht ordentlich ist. Das Prädikat ‚Gut' und Nachhaltigkeit ist das Ziel. Daran arbeiten sehr viele, vor allem auch die Fischereivereine und -verbände. Dann haben wir gesundes Trinkwasser, standortgerechte Pflanzen und Lebewesen am und im Wasser - und für uns Fischer auch gute Angelgewässer."

Wie aktuell die Fischer auf störende oder evtl. gefährliche Entwicklungen reagieren, zeigten zwei Vorträge, die sich vor allem mit dem Schutz vor dem Koi-Herpes-Virus bzw. dessen Bekämpfung sowie der Bedeutung der Vogelgrippe/Geflügelpest für das Wasser und die darin lebenden Tiere beschäftigten. Fische könne weder von der Vogelgrippe befallen werden, noch können sie diese übertragen, war ein sehr wichtiges Ergebnis der Vorträge.

Nach anstrengenden 6 Stunden Beratung ging eine Versammlung auseinander, die Weichen gestellt und gezeigt hat, dass Organisations- und Sachprobleme gelöst werden können, wenn der Wille zur Objektivität und aktiven Mitarbeit gegeben ist.

Wolfgang Vöhringer
Beisitzer für Öffentlichkeitsarbeit